Allgemein
Gewalt und Missbrauch sind gesellschaftliche Realität und auch in Einrichtungen nicht auszuschließen. Gewalt und Missbrauch können vor allem dort stattfinden, wo das Problembewusstsein fehlt, wo weggeschaut und geschwiegen wird. Stress und Überforderungen können auch in Alltagssituationen zu grenzverletzendem Verhalten führen.
Das Wohl und der Schutz der Kinder wird in Einrichtungen und Organisationen des Bildungs-, Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialsektors wie Kitas, Schulen, Sportvereine oder Arztpraxen als zentrale Aufgabe angesehen. Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, haben darüber hinaus den Auftrag, Bedingungen zu schaffen, die das Risiko für Übergriffe zwischen Erwachsene und junge Menschen senken.
Dieser Schutzauftrag soll in einem Schutzkonzept verankert sein, das vor allem minderjährige vor (sexualisierter) Gewalt schützen soll.
Wichtig ist, dass die Schutzkonzepte einrichtungsspezifisch gestaltetet werden und nicht von anderen Einrichtungen kopiert werden.
Warum brauchen es ein Schutzkonzept?
Ein Schutzkonzept ist für Einrichtung so wichtig, da es:
· Einen sicheren Ort für Kinder bietet,
· Täter*innen den Zugang in die Einrichtung erschwert,
· Einen Zusammenhang zwischen Vernachlässigung, Gewalt und sexuellem Missbrauch darstellt und
· Handlungsabläufe und Vorgehensweisen für Mitarbeitende, Eltern und Kinder bietet.
Ein Schutzkonzept unterstützt auch darin,
· Klarheit und Sicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu bekommen,
· Wirksame Präventionsmaßnahmen anzuwenden, damit der Verein/Verband nicht zum Tatort wird,
· Kompetent zu handeln und weiterzuhelfen, wenn Ihnen eine Grenzüberschreitung oder ein Verdacht bekannt wird.
Wer erstellt ein Schutzkonzept?
Die Erstellung und Umsetzung eines Schutzkonzeptes obliegt der Verantwortung der (pädagogischen) Leitung einer Einrichtung oder des Trägers. Es ist jedoch auch wichtig, dass das Team mit involviert wird, damit der Inhalt auch von allen mitgetragen, umgesetzt und gelebt wird. Je nach Einsatzbereich sollten auch Kinder, Jugendliche und ihre Sorgeberechtigten mit involviert werden, damit das Schutzkonzept auch diese Perspektiven berücksichtigen kann.
Wie beginnt der Prozess?
Es ist wichtig, dass zuerst eine Projektgruppe gebildet wird, sich regelmäßig trifft und austauscht. In der Regel setzt sich die Projektgruppe aus Teilnehmenden der verschiedenen Bereiche der Einrichtung zusammen.